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Historisches Eisengitter wieder entdeckt

Die Erfassung der Objekte aus dem alten Museumsdepot läuft auf Hochtouren. Nach und nach werden dabei verborgene Schätze wieder entdeckt, wie zum Beispiel ein Eisengitter des bekannten Choriner Kunstschmieds Karl Kirchner, das mit handwerklichen Symbolen verziert das traditionsreiche Fleischereigeschäft Cronewitz aufwertete.
„Jedes Objekt, das wir im Depot finden und erhalten können, gibt ein weiteres Stück Stadtgeschichte preis. In diesem Fall treffen sogar mehrere Geschichten zusammen. Die des bekannten Kunstschmieds Karl Kirchner und die des Familienbetriebs Cronewitz“, so Museumsleiterin Birgit Klitzke erfreut.
Theodor Cronewitz, gebürtiger Eberswalder, der seit vielen Jahren im rheinland-pfälzischen Worms lebt, kommt immer wieder in seine Heimatstadt, bringt sich in Vereinen wie der Freundeskreis Paul-Wunderlich-Stiftung oder dem Verein für Heimatkunde zu Eberswalde ein. Sein Urgroßvater erbaute im Jahr 1904 ein Wohnhaus in der Breiten Straße/ Ecke Jüdenstraße. Genau an diesem Standort hatte das Fleischereihandwerk seit 1782 Tradition, weiß Theodor Cronewitz. Sein Vater übernahm dann den Betrieb und modernisierte Haus und Fleischerei in den 1930er Jahren aufwändig. Unter anderem gab er 1937 den Auftrag für ein Kunstschmiedefenster. Angefertigt wurde es von dem bekannten Choriner Kunstschmied Karl Kirchner. „In den 80er Jahren hing das Gitter noch, dann war es verschwunden“, erinnert sich Theodor Cronewitz. „Es beeindruckt durch absolute Symmetrie“, so der 81-Jährige. „es ist ein klassisches Ziergitter. Es wurde angefertigt und angebracht, um zu zeigen, dass sich an dem Ort
ein Fleischereibetrieb befindet“, erklärt die Museumsleiterin. Die Funktion wird auch durch einen
markanten Spruch untermauert, der auf dem Gitter steht und schmunzeln lässt: „An die Rindviecher! Kein Ochs darf hier vorüber gehen, weil dort die Schlachtebeile stehen.“
Mit dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus der Familie Cronewitz vollständig zerstört. „Nur die Fassade stand noch. Mein Vater hat zu Beginn des Wiederaufbaus zwei weitere Gitter anfertigen
lassen“, erinnert Theodor Cronewitz. Diese befinden sich nun in Worms im Garten des Nachfahrens, der sich freut, dass das erste Gitter wieder im Zuge der Arbeiten im Depot aufgetaucht ist. Wie genau es dort hingekommen ist, kann heute niemand genau sagen. „Wir waren uns erst nicht sicher, ob es wirklich unser Gitter ist. Der Spruch war mit einer Masse zugeschmiert. Das haben die Museumsmitarbeiterinnen aber erkannt und entfernt und dann war klar, dass es unser Gitter ist“, so der gebürtige Eberswalder, der die Kosten für die Aufarbeitung
des Ziergitters gern übernahm. Im Juni berichtete Theodor Cronewitz zur Geschichte des Gitters
und seiner Familie vor gut 50 interessierten Bürgern während einer Veranstaltung des Heimatkundevereins. „Wir sind sehr dankbar, dass sich Herr Cronewitz trotz der großen Entfernung so aktiv der Vereinsarbeit und für die Stadtgeschichte einbringt“, sagt der Vereinsvorsitzende Martin Hoeck dankbar.
Wo genau das Gitter zukünftig zu sehen sein wird, steht noch nicht fest, wird aber im Museum durchdacht. „Ich würde mich freuen, wenn uns Bürger alte Fotos schicken könnten, wo das Gitter
am Haus zu sehen ist“, so Museumsleiterin Birgit Klitzke.

Die Vorstellung des Ziergitters nach der Aufarbeitung (v.l.): Günter Lips, Theodor Cronewitz, Birgit Klitzke und Martin Hoeck.

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