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Tatort Lücke im Gespräch: Kulturorte der DDR im Wandel

Im Rahmen des Projekts Tatort Lücke fand am 1. November die zweite Veranstaltung „Tatort Lücke im Gespräch“ zum Thema „Kulturorte der DDR im Wandel“ statt. Im Museum moderierte der Leiter des Kulturamts Dr. Stefan Neubacher die Gesprächsrunde mit Dr. Maria Daydchyk, Lars Fischer, Lutz Landmann und Ines Müller. Das abgerissene Haus der Kultur war Gegenstand der Diskussion als Beispiel für den Wandel von Kulturorten.
Im etwa 30köpfigen Publikum waren auch ehemalige Beschäftigte, die die Geschichte des Hauses seit seiner Eröffnung 1983 miterlebt hatten. Aus ihren Reihen wurde gleich zu Beginn darum gebeten, dass der richtige Name des Ortes - Haus der Kultur - und nicht das volkstümliche „Las Vegas“ verwendet werden sollten. „Las Vegas“, so die Mutmaßung, war als Name aufgrund der Beleuchtung und der eingesetzten Technik entstanden, aber auch das damalige Novum einer Nachtbar in Eberswalde-Finow wurden erwähnt.
Das Haus der Kultur zwischen Eberswalde und Finow war zusammen mit der Freilichtbühne (ehemals am Schützenplatz) eine der letzten neu errichteten Kulturstätten der DDR in Eberswalde. In dem lebhaft von Publikum und Podium geführten Gespräch wurde immer wieder deutlich, welche Bedeutung das Haus der Kultur in seiner Zeit für die Bevölkerung und die Beschäftigten hatte. Der Rahmen der kulturellen Veranstaltungen und Nutzungen des Hauses spannte in den 80ziger Jahren einen weiten Bogen von Betriebsfesten, politischen Versammlungen, Konzert-, Gala- und Tanzveranstaltungen - darunter zeitweise der Forstfasching - auch bis zur Nutzung der Großküche für die Herstellung von Schulspeisung.
Mit den politischen, wirtschaftlichen und weiteren gesellschaftlichen Veränderungen zu Beginn der 90ziger Jahre hatten Stadtpolitik und Stadtverwaltung auch eine Neuausrichtung vorzunehmen. Anders als in anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks habe Ostdeutschland in der Zeit auf Gesetze, Vorgaben und Erfahrungen aus Westdeutschland zurückgreifen können oder müssen. Für Frau Dr. Daydchyk ist der Transformationsprozess so schneller, radikaler und weitgehender abgelaufen als beispielsweise in Weißrussland, ohne dabei die Bedeutung und den Verlust von Orten wie dem Haus der Kultur zu schmälern.
Für den damals in der Stadtverwaltung tätigen und langjährigen Dezernenten Lutz Landmann war seinerzeit klar, dass die Aufgabe der Organisation des Kulturbetriebs in diesem Umfang nicht mehr Teil der städtischen Aufgaben war. Er hob hervor, dass der heutige, insbesondere von Dr. Stefan Neubacher vertretene Ansatz der Ermöglichung von Kulturveranstaltungen erfolgreich verlaufe und der richtige Weg in dieser Zeit sei.
Klar wurde auch formuliert, dass die Dichte der Orte, an denen Kulturveranstaltungen in Eberswalde stattfanden, nicht haltbar gewesen ist. Die weitere Nutzung des Hauses der Kultur durch das Handelsunternehmen Neckermann spülte zwar Geld in die Kassen der Stadt, war aber nicht von Dauer und dem Erhalt des Hauses geprägt.
Am Ende der Diskussion standen Wehmut und Bedauern der ehemaligen Beschäftigten über den Abriss des Hauses der Kultur und der gleichzeitige Blick auf eine wachsende und funktionierende Kulturlandschaft in Eberswalde. Die sehr lebhaft geführte Diskussion zeigt, wie die Themen der Reihe „Tatort Lücke“ und die meist nur wenige Jahrzehnte zurückliegenden Geschichten die Menschen berühren.
Die nächste Veranstaltung in der Reihe Tatort Lücke im Gespräch findet am 4. Dezember, 18 Uhr wieder im Museum statt. Thema ist dann „Baulücken - von Schichten und Substanz“. 

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