Zwei mal drei macht vier, Widdewiddewitt und drei macht 70: Kita „Villa Kunterbunt“ feiert 70-jähriges Bestehen
Die Kita „Villa Kunterbunt“ im Eberswalder Ortsteil Finow hat am 9. September 2026 ihr 70-jähriges Bestehen als Kindertagesstätte mit einem bunten Familienfest gefeiert. Kinder und Familien, ehemalige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie zahlreiche Gäste kamen zusammen, um auf die bewegte Geschichte der Einrichtung zurückzublicken und gemeinsam nach vorn zu schauen.
„Gebt den Kindern Liebe, mehr Liebe und noch mehr Liebe, dann stellen sich die guten Manieren ganz von selbst ein“, sagte einst Astrid Lindgren. Ihre Kinderbuchfigur Pippi Langstrumpf hat mit ihrer unkonventionellen Art Generationen begeistert und ihre Villa Kunterbunt ist längst ebenso legendär. Die Stadt Eberswalde unterhält ihre eigene „Villa Kunterbunt“ in der Straße Kleines Berg 6 mit aktuell 86 Betreuungsplätzen. Seit nunmehr 70 Jahren wird das Gebäude als Kindertagesstätte genutzt und trägt seit 1997 den Namen von Pippis berühmtem Zuhause. Kinder, Eltern und das pädagogische Team hatten sich gemeinsam dafür entschieden. Die Umbenennung wurde mit einem großen Sommerfest gefeiert, welches zugleich eine Tradition begründete, die bis heute fortbesteht.
Zum Jubiläum gratulierte auch Bürgermeister Götz Herrmann und würdigte die Bedeutung der Kita für die Stadt:
„70 Jahre Villa Kunterbunt! Das sind sieben Jahrzehnte, in denen Generationen von Kindern hier gespielt, gelernt, geforscht und Freundschaften geschlossen und die Welt entdeckt haben. Die Villa hat sich verändert, ist gewachsen und hat sich immer wieder neu erfunden. Geblieben ist aber ihr wichtigster Auftrag: Kindern Raum zu geben, ihre eigenen Ideen zu entwickeln und mit Neugier die Welt zu entdecken. Ganz nach dem Motto der wohl berühmtesten Bewohnerin einer Villa Kunterbunt: Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe!“
Anschließend wurden der Villa Kunterbunt Holzbausteine als Jubiläumsgeschenk überreicht. Den wohl schönsten Programmpunkt gestalteten die Kinder selbst: Mit einem kleinen Bühnenprogramm zeigten sie, wer seit 70 Jahren im Mittelpunkt der Einrichtung steht.
Für Spannung sorgte am späten Nachmittag die Auslosung der Gewinnerinnen und Gewinner des Villa-Kunterbunt-Quiz. Bis zum Ende des Festes um 18 Uhr blieb anschließend Zeit für Begegnungen, Gespräche und gemeinsame Erlebnisse.
Eine Villa mit bewegter Geschichte
Die Geschichte des Hauses beginnt bereits um 1890. Im Auftrag des Ziegeleibesitzers Kleine wurde die Villa ursprünglich als Wohnhaus errichtet. Nach der Stilllegung der Ziegelei übernahm die Hirsch-Kupfer-Messingwerke AG die Immobilien. Während die Ziegeleianlagen verschwanden, blieben die Wohnhäuser erhalten.
1917 wurde die Villa zum Direktorenhaus umgebaut. Bis etwa 1943 lebte dort der Direktor der Hirsch-Kupfer-Messingwerke AG, Herr Schulte. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude vorübergehend als Lazarett der sowjetischen Armee. Bis 1947 wohnte und praktizierte dort anschließend das in Finow bekannte Ärzteehepaar Schmidtke. Danach und bis 1950 nutzte man die Villa als Lehrlingswohnheim des Walzwerks Finow.
Der Grundstein für die heutige Kita wurde bereits 1951 gelegt. Am 1. Januar eröffnete im „Kupferhaus“ in der Altenhofer Straße die erste Kinderkrippe der Stadt Finow mit zunächst 21 Plätzen. Im März 1956 zog die Krippe in das Gebäude der Villa „Kleines Berg“ ein.
Über die Jahrzehnte wuchs die Einrichtung kontinuierlich. Durch den Umbau der ehemaligen Hausmeisterwohnung erhöhte man 1963 die Betreuungskapazität auf 61 Plätze, 1987 wuchs diese nochmal auf 70 Betreuungsplätze an. Mit der Aufnahme von Kindergarten- und später auch Hortkindern entwickelte sich die Krippe zur Kindertagesstätte.
Seit den 1990er-Jahren hat sich die Villa Schritt für Schritt zu einem modernen Bildungsort gewandelt. Mit Unterstützung von Eltern, Unternehmen, Vereinen, Sponsoren und öffentlichen Einrichtungen entstanden unter anderem eine Kinderküche, ein Kinderatelier, ein Sinnesraum, das „Takka-Tukka-Land“ sowie eine Lernwerkstatt mit Garten und Teich. Auch zahlreiche Bewegungs- und Spielflächen kamen hinzu. 2012 sanierte man das Gebäude umfassend. Es wurde trockengelegt und gedämmt, das Dach erneuert und die Fassade neu verputzt und farbenfroh gestaltet. Treppen, Fluchttüren und Fluchtwege wurden modernisiert, zugleich wurde der Außenbereich weiterentwickelt und besser für die Kinder erschlossen.
Rund um die „Villa Kunterbunt“ gibt es viel zu entdecken: Eine Roller- und Bobbycar-Bahn, eine Sand- und Matsch-Spielanlage, Hochbeete, ein Insektenhotel, ein Fußballplatz und verschiedene Bewegungsangebote laden zum Spielen und Erkunden ein. Seit 2017 gehört außerdem das Stelzenhaus „Villa Klitzeklein“ zum Außengelände. Möglich wurde sein Bau durch das Engagement zahlreicher Sponsoren, Eltern und Großeltern.
Für ihre zahlreichen Bildungsprojekte wurde die Villa Kunterbunt mehrfach als „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet.
Hollahi-hollaho-holla-hopsasa!